Zum Content springen

Größtes Bundesbauprojekt des BBL M-V abgeschlossen.

31.01.2014 • Gesamtausbau Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
Auf der Insel Riems steht dem FLI ein weiterer wichtiger Baustein im Rahmen des Gesamtausbaus des global agierenden Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit zur Verfügung.
Im Dezember des vergangenen Jahres konnte durch die Projektgruppe Riems des BBL M-V, Geschäftsbereich Greifswald der 3. Bauabschnitt der Neubauten für das FLI an den Nutzer übergeben werden.
Mit den Neubau- und Sanierungsmaßnahmen auf der Insel Riems bei Greifswald wird das seit über 100 Jahren bestehende FLI zu einer der weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Tiergesundheit ausgebaut. Der Neubau für das Bundesforschungsinstitut wird seit 2006 in drei Baustufen realisiert und ist mit einem Bauvolumen von 325 Mio. Euro das derzeit größte zivile Bundesbauprojekt außerhalb von Berlin. Kernstück dieses Bauprojekts sind die Neubauten der 89 Labore und 163 Stalleinheiten unterschiedlicher Biosicherheitsstufen auf rund 69.000 m² Bruttogrundfläche, die mit einer abschnittsweisen Übergabe an das FLI bis Dezember 2013 sukzessive in Betrieb bzw. in die Testphase gehen konnten. So wurde im August 2013 der Hochsicherheitsbereich durch die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel feierlich eingeweiht.
Neben den hochtechnisierten Forschungsbauten des 2. Bauabschnitts konnte im Dezember 2013 mit den "Karreegebäuden" auch ein großer Teil des 3. Bauabschnitts in Nutzung genommen werden. Im Zuge der Sanierung und teilweisen Neuerrichtung dieser Anlage aus vier Gebäudeflügeln entstanden neue Büroräume für die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Instituts sowie ein Konferenzbereich mit Speisesaal und Kantine für die rund 400 Mitarbeiter des FLI, die insgesamt auf der Insel Riems tätig sind.
Herzstück der Karreeanlage bleibt auch nach der Sanierung das denkmalgeschützte Hauptgebäude aus den 1940er Jahren als historisch gewachsene Adresse des Instituts mit den repräsentativen Räumlichkeiten des Präsidialbereichs sowie der aufwändig ausgestatteten Bibliothek. Ergänzt wird das solide Erscheinungsbild des klassisch gegliederten, verputzten Hauptgebäudes durch die abstrakt gestalteten modernen Fassaden der drei Ergänzungsneubauten, die nach Abbruch der nicht sanierungsfähigen Gebäudesubstanz der drei weiteren Karreeflügel die streng orthogonale Karreeanlage wieder schließen. Mit den strukturellen Elementen heller vertikaler Betonstützen und geschlossenen Fassadenflächen, die zum Teil mit bronzefarbig eloxierten Aluminiumplatten verkleidet sind, bilden die Neubauten des Karreekomplexes ein spannungsreiches Gegenüber zu den verklinkerten Fassaden der großen Gebäudemasse des Laborgebäudes.
Zentraler Bereich der Karreeneubauten ist der repräsentative, ca. 6m hohe Konferenz- und Speisesaal, der mittels mobiler Trennwandsysteme je nach Bedarf zu verschieden großen Raumszenarien gegliedert werden kann. Mit diesen Räumlichkeiten erhält das FLI die Möglichkeit, seiner globalen Vernetzung und Bedeutung entsprechend Konferenzen und Veranstaltungen mit zum großen Teil auch internationalen Teilnehmern in einem ansprechenden Rahmen auszurichten.
Rund um den Komplex der Karreegebäude findet auch der bemerkenswerte Kunstbestand des FLI seinen Rahmen, der seit den 1950er Jahren durch verschiedene namhafte Künstler für das Institut geschaffen wurde und auf einzigartige Weise die Forschungstätigkeit im Wandel der Zeit und damit ein Stück Institutsgeschichte widerspiegelt. Ergänzt wird die Bestandskunst am FLI derzeit durch zwei neue Kunstwerke, die als Siegerentwürfe aus dem größten Wettbewerb für Kunst am Bau hervorgegangen sind, der bisher für ein öffentliches Bauvorhaben in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt werden konnte: Die großflächige abstrakte Wandarbeit des Berliner Künstlers Matthias Geitel im Konferenz- und Speisesaal thematisiert das für das FLI wichtige Thema der "Globalisierung" einerseits als Gefahr der Ausbreitung von Viren und andererseits als Chance der zunehmenden internationalen Kooperationen und wissenschaftlichen Netzwerke.
Vis à vis dieser künstlerischen Arbeit im Innenraum entsteht vor der gläsernen Fassade des Konferenzbereichs auf fast 400 m² im Außengelände der Insel Riems die große Außenskulptur von Barbara Trautmann, ebenfalls aus Berlin. Die Flächenskulptur zitiert mit ihren 189 Objekten auf einzigartige Weise das in der Virusforschung gebräuchliche Modell des Virus, das Ikosaeder, in seiner quasi-kristallinen Struktur. Diese der Wissenschaft entlehnte Struktur dieser Flächenskulptur hat das Potential, mit ihrer optimistischen Farbgebung zu einem signifikanten zeitgenössischen Zeichen des Instituts zu werden.