Universität Greifswald (UG), Standortentwicklungskonzept Friedrich-Loeffler-Straße, 4. Bauabschnitt: Grundsanierung der Poliklinik der ehemaligen Chirurgischen Klinik zur Nachnutzung durch das Institut für Philosophie
15.07.2026 • Hochschulbau
Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald saniert derzeit für die Universität Greifswald das Bestandsgebäude Ernst-Lohmeyer-Platz 2 (bis 2019 Loefflerstraße 23d) und richtet es für eine Weiternutzung durch das Institut für Philosophie her. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert hier etwa 5,7 Millionen Euro. Voraussichtlich bis 12/2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen und das Gebäude an die Universität Greifswald zur Weiternutzung übergeben werden.
Allgemeines
Bereits seit 2010 wurden umfangreiche Investitionen des Landes in die Entwicklung des historischen Campus Loefflerstraße, 2015 in Ernst-Lohmeyer-Platz umbenannt, umgesetzt. Anlass dieser Gesamtmaßnahme war bzw. ist der bereits bis 2010 vollzogene Auszug der Medizin aus den historischen Klinikgebäuden und die Herrichtung dieses Gebäudekomplexes für geistes- und sozialwissenschaftliche Fachdisziplinen. Ziel war und ist hierbei, die über die gesamte Stadt verstreuten Standorte, kleineren Fakultäten und Dekanate weitgehend wirtschaftlich zusammenzufassen und Synergieeffekte hinsichtlich der Nutzung von Lehrräumen zu schaffen.
Die Umsetzung des Standortentwicklungskonzeptes erfolgte bisher in folgenden 3 von insgesamt 4 Bauabschnitten:
1. Bauabschnitt: Neubau Bibliothek, Hörsaalgebäude, Cafeteria/Mensa, als Ergebnis eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbes – jetzt Ernst-Lohmeyer-Platz 4-6 (Fertigstellung 2015, 2016, 2018)
2. Bauabschnitt: Grundsanierung und Herrichtung der ehemaligen Chirurgischen Klinik Loefflerstraße 23b für die Umnutzung für Geisteswissenschaften – jetzt Ernst-Lohmeyer-Platz 3 (Fertigstellung 2018)
3. Bauabschnitt: Grundsanierung und Herrichtung der ehemaligen Medizinischen Klinik (Innere Medizin) Loefflerstraße 23a für die Umnutzung für die Geisteswissenschaften und Teile der Zentralen Lehre – jetzt Ernst-Lohmeyer-Platz 1 (Fertigstellung 2022)
Die Grundsanierung und Herrichtung der ehemaligen Poliklinik Friedrich-Loeffler-Straße 23d, jetzt Ernst-Lohmeyer-Platz 2, wird derzeit im Rahmen der Gesamtmaßnahme „Standortentwicklungskonzept Campus Loefflerstraße der Universität Greifswald“ als vierter, und damit letzter von insgesamt 4 Bauabschnitten realisiert.
Zielstellung / Umfang der Maßnahme
Die geplanten Baumaßnahmen zur Sanierung und Herrichtung der Poliklinik der ehemaligen Chirurgischen Klinik umfassen folgende Schwerpunkte:
Arbeiten zur Substanzsicherung am Gebäude, inkl. Maßnahmen zur statischen Ertüchtigung sowie Abdichtungsarbeiten
Umbau bzw. Modernisierung des Gebäudes aufgrund der vorgesehenen Nutzungsänderung gemeinsam mit der Umsetzung von bautechnischen Maßnahmen zur Anpassung an aktuelle Vorschriften und Gesetze (z.B. Brandschutz, GEG, Barrierefreiheit, Schallschutz und Raumakustik)
Das Gebäude wird grundsaniert, modernisiert und den heutigen modernen Standards und dem Stand der Technik entsprechend für die Nachnutzung durch das Philosophische Institut hergerichtet.
Standort - Historie - Denkmalschutz
Das Gebäude Ernst-Lohmeyer-Platz 2 ist Bestandteil des ehemaligen Klinikkomplexes Loefflerstraße 23 in der nördlichen Greifswalder Innenstadt, südlich des Flüsschens Ryck. Der Gebäudekomplex ist Teil des Denkmalbereiches Altstadt Greifswald. Die ehemaligen Klinikgebäude bilden dabei ein in sich geschlossenes Ensemble, deren Hauptgebäude alle als Einzeldenkmale in der Denkmalliste des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingetragen sind.
Mit den zwischen 1850 und 1871 entstandenen Backsteinbauten wurde der Grundstein für den heutigen Campus Loefflerstraße gelegt. In der von mittelalterlichen Backsteinbauten geprägten Greifswalder Altstadt war die Einpassung der Neubauten in das historisch gewachsene Bild der Stadt bestimmend. So ist die Ausführung als sachliche Backstein- oder Ziegelrohbauten mit sparsam verwendeten Ornamenten charakteristisch und stadtbildprägend für die historischen Instituts- und Klinikbauten.
Zum Gebäudekomplex der einstigen Preußisch-Königlichen Universitätsklinik zählten bzw. zählen folgende Bauten:
Chemisches Institut, später Pharmakologie und Toxikologie (1862 – 1864)
Pathgologisches Institut (1869 – 1871)
In den Jahren danach erfolgte mit den weiteren Gebäuden am Campus eine Fortsetzung der seit Mitte des 19. Jahrhunderts manifestierten einheimischen Backstein-Architekturästhetik. Von 1900 – 1903 entstand die großzügige Anlage der Chirurgischen Klinik. Das Gebäude der ehemaligen Poliklinik (Ernst-Lohmeyer-Platz 2) wurde 1909-1910 als Erweiterungsbau der Medizinischen Institute als sogenannte „Septische Baracke“ für die benachbarte Chirurgische Klinik errichtet. In seiner Bauweise als Ziegelbau mit untergeordneten Putzflächen gliedert es sich optisch in die Gesamtanlage ein und nimmt das historisierende Äußere der Chirurgischen Klinik auf. Zeitgleich mit der „Septischen Baracke“ entstanden außerdem noch ein Hörsaalanbau sowie ein Tierstallgebäude für die verschiedenen Institute auf dem Campus. So, wie sich das Äußere der Erweiterungsbauten von 1910 an der Charakteristik der Chirurgischen Klinik orientierte, waren auch der Innenausbau und die Einrichtung im Wesentlichen dieselben.
In späterer Zeit wurde die ursprüngliche „Septische Baracke“ für unterschiedliche Abteilungen der benachbarten Chirurgischen Klinik genutzt, u.a. als „Colon-Station“ und als Unfallstation. In den 1990er Jahren wurde das Gebäude zur Poliklinik der Chirurgie umgestaltet und als solche bis etwa 2012 genutzt. Mit Auszug der Chirurgischen Klinik aus dem Nachbargebäude wurde auch die Gebäudenutzung als Poliklinik aufgegeben. Seitdem stand/steht das Gebäude leer, seit ca. 2016 wurden bereits partiell Entkernungsmaßnahmen durchgeführt. Von verschiedenen Umgestaltungen, die jedoch die Raumstruktur nur unwesentlich veränderte, zeugt auch der Nachweis von bis zu elf verschiedenen Farbfassungen, die im Rahmen der restauratorischen Untersuchungen nachgewiesen werden konnten.
Bestand - Baukonstruktion - funktionelle und bautechnische Besonderheiten
Es handelt sich um einen kompakten, zweigeschossigen und unterkellerten Backsteinbau mit später ausgebautem Dachgeschoss und Walmdach. Das niedrige Kellergeschoss ist nur eingeschränkt begehbar. Das Gebäude ist durch den zeitgleich errichteten eingeschossigen Verbindungsgang mit der ehemaligen Chirurgischen Klinik verbunden.
Die innere Erschließung erfolgt vom Kellergeschoss bis zum Dachgeschoss über eine zweiläufige Massivtreppe mit eigenem Treppenhaus sowie über einen Personenaufzug und Mittelflure im Erd- und Obergeschoss.
Die ziegelsichtigen Fassaden weisen allseitig Segmentbogenfenster in unterschiedlicher Größe und Achsanordnung auf. Jeweils über den erdgeschossigen Fenstern sind helle Putzspiegel als schlichte Gliederungselemente eingesetzt. Der aktuell nur untergeordnet gestaltete Haupteingang mit Segmentbogen befindet sich auf der Ostseite des Gebäudes.
Das steil geneigte Dach mit roter Biberschwanzdeckung besteht aus einem Haupt- und einem niedrigerem Nebendach. Das Hauptdach geht ostseitig als Walmdach in das Nebendach über. An West- und Südgiebel sind sowohl Haupt- als auch Nebendach mit einem Krüppelwalm versehen.
Trotz verschiedener Umbauten ist die historische Raumstruktur in den beiden Hauptgeschossen und im Kellergeschoss bis heute größtenteils erhalten geblieben: Die Räume in Erd- und Obergeschoss sind nahezu identisch organisiert mit den ehemaligen Krankenräumen nach Süden und den Funktionsräumen und Sanitäreinrichtungen nach Norden.
Das Dachgeschoss verfügt über eine Vielzahl von Räumen, die im Zuge eines späteren kompletten Dachgeschossausbaus, vermutlich in den 1950er Jahren entstanden. Zur natürlichen Belichtung wurden hierfür auch liegende Dachfenster sowie zwei Gauben auf der Südseite eingebaut.
Das Gebäude befindet sich mit den erfolgten Umbauten, auch als Folge jahrelangen Leerstandes und Modernisierungsstaus, insgesamt in einem sehr schlechten Zustand. Alle Räume sind mit teilweise noch vorhandenen nachträglichen Einbauten, teilweise Rissbildungen und maroden Oberflächen an Wänden und Decken sowie ganzflächig schadstoffbelasteten Fußböden insgesamt sanierungsbedürftig. Der Ausbau im Dachgeschoss ist abgängig.
Das Kellergeschoss weist im Bereich der Wände und Decken Feuchtigkeitsschäden auf, die Kellerlichtschächte sind z.T. marode und sanierungsbedürftig.
Die sichtbaren Teile der Dachkonstruktion befinden sich in einem guten Zustand. Eine genaue Einschätzung der Beschaffenheit aller Holzteile erfolgte nach Rückbau der Einbauten im Dachgeschoss. Die in den 1990er Jahren erneuerte Dachdeckung mit Biberschwanzziegeln befindet sich ebenfalls in einem insgesamt guten Zustand, der nur kleinere Reparaturarbeiten erforderlich macht.
Die Decken sind überwiegend als Flachgewölbedecken ohne Stich, aus I-Stahlträgern mit dazwischen spannenden Deckenhohlziegeln sowie in zwei Erdgeschossräumen als preußische Kappendecken ausgeführt.
Die Ziegelfassaden einschließlich der Putzspiegel weisen bereichsweise Schäden durch Abplatzungen und Setzungsrisse sowie defekte Regenentwässerungen auf. Vier noch vorhandene bauzeitliche Giebelfenster an der Westfassade sind sanierungsbedürftig. Bei den restlichen Fenstern handelt es sich, ebenso wie bei der Hauseingangstür, nicht um originale Bauteile, sondern um spätere Einbauten aus den 1990er Jahren.
Die haustechnischen Installationen und Anlagen sind komplett veraltet und entsprechen sowohl in ihrem Standard als auch in ihrer Anzahl bzw. Dimensionierung nicht den geltenden aktuellen Anforderungen.
Neues Entwurfskonzept - Nutzung - Funktionalität
Um den aktuellen Anforderungen und Bedarfen an moderne und zeitgemäße Arbeits- und Studienbedingungen zu genügen, wird im Zuge der Grundsanierung sowohl die innere Struktur an den aktuellen Bedarf angepasst als auch das äußere Erscheinungsbild in angemessener Weise wieder in einen optisch ansprechenden Zustand versetzt. Dabei bleibt das Gebäude in seiner ursprünglichen Kubatur und Gestaltung erhalten.
Auf den Denkmalwert des Gebäudes wird sowohl in der Planung als auch in der Bauausführung Rücksicht genommen. Ziel ist, die in weiten Teilen gut erhaltenen Konstruktionen zu sichern, zu erhalten und aufzuarbeiten.
Die Umsetzung des Raumprogramms erfolgt unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und des Erhalts denkmalrelevanter Bauteile. Der Grundriss orientiert sich an der noch vorhandenen historischen Raumstruktur, wesentliche bauliche Eingriffe bleiben auf spätere Einbauten und Wände reduziert, zusätzlich erforderliche Trennwände werden als leichte Konstruktionen geplant und ausgeführt.
Nach der Grundsanierung werden im Haus Ernst-Lohmeyer-Platz 2 folgende Räume und Flächen für das Institut für Philosophie zur Verfügung stehen:
2 Seminarräume für je 25 Personen
mehrere Büroräume, 1 Fachschaftsraum
Kopierraum, Teeküche, Archivraum
Durch die Organisation der Räume entsprechend der nahezu identischen Raumfolge in Erdgeschoss und 1. Obergeschoss mit je einem großen Raum auf der Südostseite wird die historische Raumsituation wieder erlebbar und eine klare Orientierung für Studierende und Mitarbeiter im Gebäude erreicht – den 3 Etagen wird je ein Lehrstuhl zugeordnet.
Die Innenräume werden gemäß den Anforderungen an modernes Arbeiten, Lehren und Studieren hergerichtet. Entsprechend restauratorischem Konzept und in Abstimmung mit der Denkmalpflege erhalten die Innenräume eine Farbfassung, welche sich an der historischen Originalfassung orientiert.
Die Flure werden mit den erhaltenen bauzeitlichen Türblenden und Zargen, neuen Türblättern und ihrer farblichen Gestaltung gemäß restauratorischen Befunden, in Abstimmung mit der Denkmalpflege wieder erlebbar gestaltet. Im ersten Obergeschoss wird eine offene Teeküche den Tageslichtbereich des Flures ergänzen und diesen auch als Kommunikationszone aufwerten. Die alten Mehrzellen-Sanitärräume werden zurückgebaut und durch ein Einzel-WC sowie einen barrierefreien Sanitärraum pro Etage ersetzt.
Um den historischen Dachraum erlebbar zu machen, wird die neue Raumstruktur im Dachgeschoss durch den Einbau von Glastrennwänden entsprechend dem vorhandenen Stützen- und Binderraster realisiert. Zur Gewährleistung der erforderlichen Belichtung der Dachgeschoss-Räume werden zwei vorhandene nicht originale Gauben durch eine neue große Gaube ersetzt. Zusätzlich ist auf der Ost- und Nordseite der Einbau weiterer neuer Dachflächenfenster vorgesehen.
Das Treppenhaus mit der bis heute erhaltenen bauzeitlichen Kunststein-Treppenanlage besitzt besondere denkmalpflegerische Relevanz und wird, ebenso wie die historischen Windfang- und Treppenhaustüren, entsprechend vorliegender Befunde wieder erlebbar hergestellt. Dabei finden sicherheits- und brandschutzrelevante Anforderungen, wie z.B. Geländerhöhe bzw. Dichtungen und Selbstschließfunktion Berücksichtigung und werden ergänzt.
Der vorhandene bauzeitliche Personenlift wird einschließlich Maschinenraum im Dachgeschoss zurückgebaut und durch einen neuen Lift, der vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss führt, ersetzt.
Im Kellergeschoss werden lediglich substanzerhaltende Maßnahmen sowie Sanierungsarbeiten zur Feuchtigkeits-Reduzierung durchgeführt. Wesentliche Umbauten finden hier nicht statt, da der Keller aufgrund der vorhandenen geringen Raumhöhe nicht für eine Nutzung geeignet ist. Er wird der horizontalen Verteilung von medientechnischen Ver- und Entsorgungsleitungen dienen. Einige Räume werden für die Unterbringung von Technischer Gebäudeausrüstung, wie z.B. der Lüftungszentrale hergerichtet.
Bei allen Planungen und Bauausführungen werden nicht nur der Denkmalschutz, sondern auch die Anforderungen von Brandschutz, Bauphysik, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Artenschutz ebenso wie die behindertengerechte Zugänglichkeit sowie größtmögliche Barrierefreiheit Berücksichtigung finden.
Vorab sowie auch planungsbegleitend wurden/werden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und Gutachten erstellt, wie beispielsweise Baugrundgutachten, Holzschutz- und Bauwerksuntersuchungen, Gefahrstoffkataster sowie statische, restauratorische und bauhistorische Untersuchungen.
Bauausführung - die wichtigsten konstruktiven und bautechnischen Maßnahmen und Besonderheiten in Kurzfassung
Schadstoffsanierung sowie Abdichtung der Kelleraußen- und Innenwände mittels Bitumenbeschichtung
Instandsetzung und Reparatur vorhandener schadhafter Außen- und Innenwände, Decken und Klinkerfassaden durch Reinigung, Ausbesserung, Austausch, Ergänzung, Wiederherstellung, Schließen von Löchern, Risssanierung, Fugenreparatur etc.
Rückbau vorhandener Kellerlichtschächte und Erneuerung
Erweiterung vier vorhandener Fensteröffnungen im Kellergeschoss bis zur erforderlichen Größe für die Rauchableitung inkl. Reinigung, Reparatur bzw. Erneuerung der dazugehörigen gemauerten Lichtschächte
Neugestaltung und Aufwertung der Eingangssituation mit neuer Hauseingangstür mit Glaselementen und offenem Vorbau als Witterungsschutz, in Abstimmung mit der Denkmalpflege
Erhalt und Aufarbeitung von vier noch vorhandenen bauzeitlichen Giebelfenstern einschl. historischer Beschläge an der Westfassade
Erneuerung aller anderen, nicht bauzeitlichen Außenfenster in Anlehnung an den historischen Bestand, Ausführung mit 2-fach Isolierverglasung
Ausstattung der großen Fenster der Seminar- und Büroräume mit außenliegendem Sonnenschutz in Form von Klappläden in Lamellenausführung sowie der Gaubenfenster in Form von herunterfahrbaren Rollos
Aufarbeitung des historischen Innenfensters im Treppenraum Erdgeschoss entsprechend Befund
Schließen, Wiederherstellen sowie Neuherstellung von Türöffnungen im Erd- und 1. Obergeschoss gemäß Planung
Ausbau, Aufarbeitung und Wiedereinbau historischer Innentüren und -zargen entsprechend restauratorischem Befund
Ausbau und Erneuerung später eingebauter Türen, Herstellung der Zargen in Anlehnung an den Originalbefund
Beseitigung nachträglich aufgebrachter Oberflächen, wie Tapeten, Fliesen, neuzeitlichen Anstrichen …
Innendämmung der Außenwände mit innenliegendem Dämmputz im Erd- und Obergeschoss sowie an den Giebelflächen im Dachgeschoss entsprechend Wärmeschutzanforderungen
Sicherung und Erhalt der nachgewiesenen reichen Farbigkeit der Wandgestaltungen im Erd- und Obergeschoss sowie im Treppenhaus entsprechend historischem Befund, in Abstimmung mit der Denkmalpflege
Aufbringen neuer farbiger, heller Wandanstriche in Büro- und Seminarräumen, Tagesraum und Teeküche in Anlehnung an historischen Befund und Abstimmung mit Denkmalpflege
Herstellen leichter Trennwände als Ständerwände für Sanitär- u.a. Nebenräume
Einbau transparenter Glastrennwände inkl. Glastüren im Dachgeschoss
Ausbau und Einlagerung aller nicht erforderlicher bauzeitlicher Kellertüren, um optimale Durchlüftung zu gewährleisten
Erhalt und restauratorische Aufarbeitung der historischen massiven Treppenläufe und Terrazzofußböden im Treppenhaus, der Treppenhaustüren und Windfangtür inkl. festen seitlichen Glaselementen
Aufarbeitung, Ertüchtigung und Erweiterung der originalen Treppengeländer bis zu einer Höhe von 1 m zur Gewährleistung der Absturzsicherung, in Abstimmung mit der Denkmalpflege
Verstärkung von Deckenfeldern ohne ausreichende Standsicherheit bzw. Erneuerung durch freitragende moderne Ziegel-Einhangdecken nach Erfordernis
Schließen alter und Herstellen neuer erforderlicher Deckenöffnungen im Bereich Aufzugsschacht
Erneuerung der vorhandenen Deckenaufbauten, inkl. Unterbau und Einbau denkmalgerechter Bodenbeläge aus Linoleum
unterseitige Dämmung der Kellergeschossdecke mit Mineralwolle-Dämmplatten
Gewährleistung der Raumakustik durch abgehängte Akustikdecken bzw. kombinierte Akustikleuchten in den Räumen der Geschosse nach Bedarf
Durchführung von Instandsetzungs-, Reparatur- und Ertüchtigungsarbeiten bzw. Ergänzungen an der bestehenden Dachkonstruktion und Dachdeckung nach Erfordernis
Einbringung einer neuen Dämmung, Dampfbremse und raumseitigen Verkleidung in den Schrägdachflächen
Einbringen neuer Raumdecken im Bereich der Kehlbalkenlage im Dachgeschoss
Einbau neuer Dachflächenfenster zur ausreichenden Belichtung der Arbeitsräume und zur geforderten Treppenhaus-Entrauchung
Rückbau von 2 Dachgauben, Neuerrichtung einer großen Dachgaube
Gebäudetechnik
Das Gebäude wird unter Berücksichtigung der neuen Nutzung ganzheitlich saniert. Dabei wird die komplette Haustechnik entsprechend aktuellem, modernem Stand der Technik erneuert. Folgende Maßnahmen sind hier z.B. geplant:
Erneuerung bzw. Neuordnung Regen-, Trink- und Abwasseranschlüsse und Leitungen, Sanitäranlagen inkl. Schaffung behindertengerechter WC‘s
Anschluss des Gebäudes an das Fernwärmenetz, Rückbau aller alten Heizkörper und Verteilernetze und Ersatz durch neue Verteilernetze in Edelstahlausführung und neue effiziente Röhrenheizkörper
Einbau einer mechanischen Zwangslüftung über Ventilatoren im Kellergeschoss
Einbau einer Lüftungsanlage für die beiden Seminarräume
Installation einer Photovoltaik-Anlage mit 18 Modulen auf dem Dach der neugeplanten großen Gaube für die Selbstversorgung des Gebäudes bzw. Campus
Anbindung des Gebäudes an das Niederspannungs-, Daten- und Telefonnetz der Universitätsliegenschaft, WLAN außen und innen
ausschließlicher Einsatz von LED-Leuchten zur Beleuchtung für höchste Effizienz
Einbau von Brandwarn-, Einbruchmelde- sowie Zutrittskontrollanlage entsprechend Nutzeranforderungen sowie Einbau der notwendigen Sicherheitsbeleuchtung
Einbau eines neuen, maschinenraumlosen Plattformliftes vom Erdgeschoss bis in das Dachgeschoss zur barrierefreien Erreichbarkeit der drei Geschosse
Aufschaltung aller neuen technischen Anlagen auf die vorhandene Gebäudeleittechnik der Universität Greifswald
Außenanlagen
Im Zuge der Erschließungs- und Abdichtungsarbeiten müssen Außenwände freigelegt und vorhandene Oberflächenbefestigungen aufgenommen werden. Nach Fertigstellung der Arbeiten werden diese entsprechend dem vorhandenen Bestand fachgerecht wiederhergestellt. Vorhandene Einbauten, wie z.B. Fahrradanlehnbügel, Abfallbehälter und Beschilderungen, werden ebenfalls wieder fachgerecht eingebaut. 12 neue Fahrradstellplätze sowie eine neue Sitzbank sind zusätzlich geplant und werden im Eingangsbereich angeordnet.
Sonstige Leistungen und nennenswerte Besonderheiten
Einbau von Innentüren mit erhöhtem Schallschutz für Professorenbüros
Herstellung eines zusätzlichen 2. Rettungsweges aus dem 1. Obergeschoss über den Verbinder als Fluchttreppe mit Podest und Geländern aus Stahlkonstruktion, inkl. Fluchttür in Anlehnung an den historischen Bestand der Außenfenster
Umsetzung eines bestehenden Fledermausquartiers an der Westfassade aufgrund der Erneuerung von Fenstern; Positionierung neuer Fledermausquartiere in den geschlossenen Fensternischen an der Westfassade
Barrierefreiheit
Alle öffentlich zugänglichen Bereiche zum und im Gebäude werden barrierefrei gestaltet. Dazu gehören die Erschließungswege, Flure, das Treppenhaus, die beiden Seminarräume sowie barrierefreie WC-Anlagen. Die Umsetzung erfolgt konkret durch:
Integration des Gebäudes in die bestehenden Leit- und Informationssysteme „Barrierefreiheit“ des Universitätscampus für den Innen- und Außenbereich
Stufen- und schwellenlose Erreichbarkeit des Gebäudes über den barrierefreien Zugang der ehemaligen Chirurgie sowie über den Verbinder
Informations- und Orientierungssystem für die wesentlichen Verkehrswege im Gebäude vom Eingang bis zum Aufzug und den Seminarräumen
Stufen- und schwellenlose Erreichbarkeit der Geschosse (Erdgeschoss bis Dachgeschoss) durch die Erneuerung der Aufzugsanlage mit rollstuhlgerechten Mindestkabinenmaßen
Ausreichende Dimensionierung sowie stufen- und schwellenlose Ausführung der Türen, Durchgänge, Verkehrs- und Bewegungsflächen
Ausstattung mit elektrischen Türöffnern (Taster) in erforderlichen Bereichen bzw. an erforderlichen Türen
Herstellung von jeweils einem barrierefreien Sanitärraum im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss
Barrierefreie Konzeption von Kopierraum und Teeküche mit ausreichenden Bewegungsflächen
Energetische Betrachtung
Im Zuge der Planung erfolgte ein Energieeinsparnachweis gemäß der aktuellen Fassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Entsprechend haustechnischem Konzept ist eine Wärmeversorgung über das Fernwärmenetz der Stadtwerke Greifswald vorgesehen. Der Einsatz erneuerbarer Energien wird in Form einer Photovoltaik-Anlage mit 18 Modulen auf dem Dach der neu geplanten Gaube umgesetzt. Der Mindestwärmeschutz der Bauteile wird durch entsprechende Dämmmaßnahmen, unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange, erfüllt.
Durch diese geplanten und zur Anwendung kommenden wärmetechnischen Maßnahmen sowie den guten Primärenergiefaktor der Fernwärme von 0,28 wird das Gebäude die Anforderungen nach GEG für einen modernisierten Altbau und damit die primärenergetischen Anforderungen des Klimaerlasses erfüllen. Der Primärenergiebedarf erreicht einen Wert von 41% gegenüber dem Referenzgebäude (100%) und ist somit besser, als der geforderte Wert von 55%.
Die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz werden umgesetzt. Die großen Fenster der Seminar- und Büroräume an der Ost-, Süd- und Westfassade werden mit außenliegenden Sonnenschutzelementen in Form von Klappläden in Lamellenausführung ausgestattet. Die Gaubenfenster an der Südseite erhalten außenliegenden Sonnenschutz in Form von herunterfahrbaren Rollos.
Förderung
Dieses Projekt ist für eine Förderung im Rahmen des EFRE Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union vorgesehen.
Die wichtigsten Eckdaten bisher - Universität Greifswald, Grundsanierung der Poliklinik der ehemaligen Chirurgischen Klinik zur Nachnutzung durch das Institut für Philosophie
04.2020
Planungsauftrag zur Erstellung der Bauunterlage (EW-Bau)
03. - 10.2022
1. VgV-Verfahren Architekt - Planergewinnung (kein Angebot eingegangen)
12.2022 - 05.2023
2. VgV-Verfahren Architekt - Planergewinnung (ohne Teilnahmewettbewerb)
05.2023
Zuschlagserteilung und Beauftragung Planungsbüro (Architekt)
11.2024
Vorlage der EW-Bau
01.2025
Anerkennung der EW-bau
03.2025
Beginn AFU-Planung
11.2025
Baubeginn
12.2027
geplantes Bauende / Fertigstellung - Übergabe an den Nutzer
Stand: Juli 2026
Planungsdaten - Universität Greifswald, Grundsanierung der Poliklinik der ehemalige Chirurgischen Klinik zur Nachnutzung durch das Institut für Philosophie
Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Greifswald
Förderung der Forschungs- und Innovationskompetenzen an Hochschulen
Dieses Projekt ist für eine Förderung im Rahmen des EFRE Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union vorgesehen.
Dieses Projekt ist kofinanziert aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und wird
mit Beteiligung des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt