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Blick von Süden auf den Neubau Pumpenhaus

Neues Pumpenhaus in Born

15.06.2026 | Fertigstellung

Neues Pumpenhaus in Born

15.06.2026 | Fertigstellung

Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) Born, Institut für Fischerei (IfF)

15.06.2026 • Allgemeiner Landesbau
Das alte Pumpenhaus des LFA in Born wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Im Vorfeld dazu waren vorbereitende Tiefbaumaßnahmen für die künftige Erschließung erforderlich. Zunächst musste die Umbauversorgung Pumpentechnik hergestellt werden, damit der Abbruch des Altbaus pünktlich im Juli 2023 beginnen und danach der Baustart für den Ersatzneubau erfolgte konnte. Verantwortlich für die Realisierung der ca. 2,9 Millionen Euro umfassenden Baumaßnahme war bzw. ist das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald.

Standort und Historie

Der Ersatzneubau wurde auf der landeseigenen Liegenschaft in Born auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst nach Abbruch des bestehenden Pumpenhauses hergestellt. Das Grundstück befindet sich inmitten einer Wohnbebauung mit direkter Lage am Koppelstrom. Auf dem Gelände befinden sich außerdem weitere Hallen und Außenbecken, die zur Fischzucht genutzt werden.
Die Versuchsstation des LFA wird bereits seit Ende der 1960er Jahre an diesem Standort betrieben (vor der Wende, zu DDR-Zeiten als Institut für Hochseefischerei und Fischverarbeitung Rostock). Die Gebäude und Anlagen wurden in den 1980er Jahren errichtet und waren nach heutigen Maßstäben und aufgrund ihres Zustandes sowohl für die Tierhaltung als auch für die Mitarbeitenden am Standort nicht mehr betriebssicher.
Aufgrund veränderter Bedingungen hinsichtlich der Züchtungsforschung, der erforderlichen Wasserversorgung und Abwasserbehandlung war seit 2013 zunächst die Sanierung des Pumpenhauses geplant. Dieser ursprünglich geplante Erhalt des bestehenden Pumpenhauses wurde jedoch nach Prüfung durch das SBL Greifswald im März 2021 verworfen, da aufgrund von massiven Setzungen eine Destabilisierung der Gesamtkonstruktion zu verzeichnen war.

Nutzung - Allgemeine Informationen zu den Aufgaben des Institutes

Die Forschungsanlage Aquakultur des Instituts für Fischerei der LFA in Born dient vorrangig der Entwicklung und dem Testen zukunftsfähiger Produktionsverfahren aquatischer Organismen in Aquakultur. Der Fokus liegt dabei auf angewandter Forschung, um Empfehlungen für eine regionale, nachhaltige und tierwohlgerechte Praxis zu erarbeiten. Haltung und Aufzucht der Tiere erfolgen schwerpunktmäßig in geschlossenen Kreislaufanlagen, da diese Verfahren standortunabhängig und übertragbar sind.
Die Besonderheit des Standortes Born liegt jedoch in der Möglichkeit der Tierhaltung mit Brackwasser. Diese Haltungsform ermöglicht sowohl die Zucht und Aufrechterhaltung des robusten und regional angepassten BORN-Forellenstamms, als auch die Haltung und Vermehrung des europaweit aktuell einzigen, funktionalen Zuchtstamms Baltischer Störe für das Vorhaben zur Wiederansiedlung dieser Art im Ostseeraum. Kernstück dieser Form der Haltung ist die Versorgung mit Brackwasser bestehend aus Pumpenstation, Reservepumpenstation und Einlaufbauwerk, welche die Bereitstellung der benötigten Wassermengen gewährleistet.

Entwurfskonzept - Architektur - Besonderheiten

Der Ersatzneubau wurde nach Abbruch des bestehenden Pumpenhauses in vergleichbarer Kubatur, aber mit höherwertiger Ausführung hergestellt. Im Zuge der Planung wurden der aktualisierte Bedarf des Nutzers (Stand 2021), die in Teilbereichen eine zweigeschossige Nutzung ermöglichen, berücksichtigt und eingearbeitet. Die Fassade wurde in Anlehnung an die Bebauung in der Umgebung mit Sandwichpaneelen verkleidet.
Der vorhandene Pumpensumpf wurde erhalten. Weiterhin wurden in Zusammenarbeit mit dem Abwasserzweckverband Möglichkeiten für die Entsorgung des aus der Forschung anfallenden Abwassers erarbeitet und eine Vereinbarung zur Entsorgung getroffen.

Technische und bautechnologische Besonderheiten

Besonders hervorzuheben ist die Ausführung der Gründung aus Bohrpfählen, die aufgrund des schwierigen Baugrunds mit 27 sogenannten Vollverdrängungspfählen (Länge 9 m) erfolgte.  Auf dem Dach des Pumpenhauses wurde eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 27 kWp installiert. Auf Grund der dauernden Lasten durch die leistungsstarken Pumpenanlagen kann hierfür eine vollständige Eigennutzung sichergestellt werden.
Zum durchgehenden Erhalt des Forschungsbetriebes musste im Vorfeld die Umbauversorgung Pumpentechnik erfolgen. Diese provisorische Pumpentechnik gewährleistete die Aufrechterhaltung der Wasserversorgung in sämtlichen Hallen während der Bauausführung.

Die wichtigsten Eckdaten - Ersatzneubau Pumpenhaus und Wasserversorgung LFA Born

03/2020 Planungsauftrag zur Erstellung einer Bauunterlage
12/2021 Aufstellung / Vorlage der EW-Bau
12/2021 Anerkennung EW-Bau
03/2023 Baubeginn vorgezogenen Leistungen (Erschließung, Herstellung Umbauversorgung Pumpentechnik)
07/2023 Baubeginn (Abbrucharbeiten + Ersatzneubau)
01/2026
Stand: Juni 2026

Planungsdaten - Ersatzneubau Pumpenhaus und Wasserversorgung LFA Born

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Greifswald
Gesamtkosten (inklusive 1. Nachtrag) ca. 2,9 Mio. €
 davon Honorarkosten ca. 568.000 €
Brutto-Grundfläche BGF 284 m²
Nutzungsfläche NUF 236 m²
Brutto-Rauminhalt BRI 1.290 m³
Architekt Gebäudeplanung Groth Ingenieure, Bad Sülze
Tragwerksplanung HORN & HORN Ingenieurbüro für Bauwesen, Neumünster
Planung Technische Ausrüstung (HLS) Sven Kleiber Ingenieurbüro für Gebäudetechnik, Ribnitz-Damgarten
Planung Technische Ausrüstung (Elt) Kleinmann Engineering GmbH, Greifswald
Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen BN Umwelt GmbH, Rostock
Vermessung MAB Vermessung Vorpommern, Greifswald
Baugrund, Schadstoffe H.S.W. Ingenieurbüro, Rostock
Prüfung Tragwerksplanung Ingenieurbüro Koldrack GmbH, Rostock
SiGeKo
Ca. 72 % der beauftragten Firmen kamen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Lageplan LFA Born

18375 Born, Südstraße 10

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