Universitätsmedizin Greifswald (UMG), Umbau der alten Mensa zu einem digitalen Bildungszentrum
13.04.2026 • EFRE im SBL Greifswald
Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald saniert für die Universitätsmedizin Greifswald das Bestandsgebäude "Alte Mensa" und baut es für eine zukünftige Nutzung als Digitales Bildungszentrum um. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert hier etwa 7 Millionen Euro.
Die ehemalige Mensa wurde im Jahr 1975 errichtet und diente den Mitarbeitenden der Universitätsmedizin bis zur Fertigstellung der neuen Mensa auf dem Campus als Speisesaal. Das Gebäude stand zuletzt leer, befand sich seit längerem nicht mehr in Nutzung.
Hier soll ein neues multifunktionales Lehrgebäude mit Prüfungs- und Lehrräumen für alle Studierenden der medizinischen Fakultät entstehen.
Vor Beginn des Umbaus erfolgte eine Gefahr-/Schadstoffsanierung sowie die statische Ertüchtigung der tragenden Konstruktionen. Damit der Grundriss an die neue Nutzung angepasst werden kann, wurde das Bestandsgebäude bis auf die tragende Konstruktion entkernt. Die Außenanlagen werden ebenfalls vollständig erneuert und barrierefrei gestaltet.
Standort und städtebauliches Konzept
Das Gebäude der ehemaligen Mensa befindet sich auf dem Campus der Universität und Universitätsmedizin Greifswald in der Fleischmannstraße 7. Es bleibt weitestgehend in seiner ursprünglichen Kubatur und Gestaltung erhalten. Auf der Ostseite des Gebäudes wird eine neue Haupteingangssituation geschaffen. Das Gebäude ist nicht in der Denkmalliste des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingetragen.
Entwurfskonzept / Nutzung / Funktionalität
Für das multifunktionale Lehrgebäude sind drei unterschiedliche Nutzungsszenarien geplant:
elektronische Prüfungen - diese finden in zwei Kohorten mit jeweils maximal 130 Studierenden statt,
Vorlesungen und Seminare in drei voneinander abgetrennten Lehrräumen sowie
Großveranstaltungen mit bis zu 300 Personen.
Diese multifunktionale Nutzung wird durch den Einbau von zwei mobilen Trennwänden sowie durch moderne Medien- und Raumtechnik ermöglicht.
Mit den neu geplanten Grundrissen wird die Zentralisierung der Flächen für Sanitär und Technik jeweils in einem Verbinder ermöglicht. Der hervorspringende neue Haupteingang, die beiden großzügigen Wartebereiche, der Durchgang zum separaten Ausgang sowie das Möbel- und Techniklager sind im Hauptbaukörper der alten Mensa untergebracht. Auf dem Dach befindet sich die neue Lüftungs- und Kühltechnik für das Gebäude sowie eine neue Photovoltaik-Anlage.
Baukonstruktion und bautechnische Besonderheiten
Das Bestandsgebäude ist eingeschossig und nicht unterkellert. Es handelt sich um einen Klinkerbau mit Flachdach, welcher mit zwei eingeschossigen Verbindungsbauten an zwei durch die Universitätsmedizin genutzten Gebäude angrenzt. Das Hauptgebäude wurde in Stahlbeton-Skelettbauweise, die eingeschossigen Verbinder als Mauerwerksbauten errichtet.
Da die Außenhülle des Bestandsgebäudes so weit wie möglich erhalten bleiben soll, musste zunächst die statische Ertüchtigung von tragenden Wänden und Decken erfolgen. Die bestehende Bausubstanz wurde saniert, die Pfosten-Riegel-Fassade auf der Nordseite wird erneuert, genauso wie sämtliche Boden-, Wand- und Deckenoberflächen. Die komplette Haustechnik und die sanitären Anlagen werden ebenfalls erneuert.
Alle bautechnischen Maßnahmen werden unter Berücksichtigung und Einhaltung neuer, aktuell gültiger Vorschriften und Gesetze (z. B. Wärmeschutz, Brandschutz, Belichtung, Schallschutz) umgesetzt.
Fassade - Äußere Gestaltung
Der Hauptbaukörper wird mit einer vorgehängten, gedämmten Fassade aus hellen Faserzementplatten verkleidet, deren Platten das Gebäude als horizontale Bänder komplett
umfassen. Die bestehende große Pfosten-Riegel-Fassade wird durch eine neue, den heutigen Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz genügenden Pfosten-Riegel-Fassade ersetzt. Die vertikalen Deckschalen der Pfosten werden dabei farblich betont, die dahinter liegende Fassadenkonstruktion nimmt sich dagegen in einem dunkleren Farbton optisch zurück. Die beiden Verbinder bekommen ebenfalls eine vorgehängte Fassade aus Faserzementplatten. Diese werden gleichermaßen in einem dunklen Farbton ausgeführt und nehmen sich somit auch optisch zurück.
Die Lüftungs- und Kühltechnik auf dem Dach wird mit einer horizontalen Lamellenkonstruktion in einem hellgrauen Farbton eingehaust.
Erschließung
Die vorhandenen Zuwegungen bleiben in ihrer Lage weitestgehend wie im Bestand unverändert, erhalten jedoch eine neue Pflasterung und werden barrierefrei ausgeführt. Im Bereich des Haupteinganges werden neue Fahrradstellplätze angeordnet. Das hintere Verbindungsgebäude wird mit einem zusätzlichen Ein- und Ausgang versehen. Die Pfosten-Riegel-Fassade wird mit Tür- und Fensteröffnungen ausgeführt, die bei Bedarf als mögliche Fluchtwege zur Verfügung stehen.
Energetische Ziele und Nachhaltiges Bauen
Die Planung und Umsetzung des Umbaus und der Sanierung sind auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Effizienz ausgerichtet. Der Jahres-Primärenergiebedarf wird maximal 55 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes gemäß GEG (EG 55) betragen. Der Einsatz erneuerbarer Energien wird durch eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ermöglicht.
Förderung
Dieses Projekt ist für eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union im Rahmen des EFRE Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen.
Die wichtigsten Eckdaten bisher - Universitätsmedizin Greifswald, Umbau der alten Mensa zu einem digitalen Bildungszentrum
01.2023
Planungsauftrag für Erstellung der EW-Bau
06.2023
Erweiterung des Auftrags zur Erstellung einer EW-Bau
07.2023
europaweite Auslobung der Planungsleistungen - Start VgV-Verfahren
11.2023
Abschluss VgV-Verfahren - Beauftragung Planer
11.2023
Planungsstart Aufstellung EW-Bau
03.2024
Vorlage EW-Bau, Teil 1 (Abbruch und Schadstoffsanierung)
03.2024
Anerkennung EW-Bau, Teil 1
06.2024
Vorlage EW-Bau in AFU-Reife, Teil 2 (Umbau und Sanierung)
08.2024
Anerkennung EW-Bau, Teil 2
07.2024
Beginn Schadstoffsanierung
11.2024
Baubeginn
10.2026
geplantes Bauende / Fertigstellung / Übergabe an den Nutzer
Stand: April 2026
Planungsdaten - Universitätsmedizin Greifswald, Umbau der alten Mensa zu einem digitalen Bildungszentrum
Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald
anerkannte Gesamtkosten
7,1 Millionen Euro
davon Baukosten
5,6 Millionen Euro
davon Honorarkosten
1,5 Millionen Euro
Förderzeitraum
2021 bis 2027
Nutzungsfläche NUF 1-7
545 m²
Netto-Raumfläche
773 m²
Brutto-Grundfläche
921 m²
Brutto-Rauminhalt
5.316 m³
Projektleitung
SBL Greifswald
Objektplanung Gebäude
fmr architekten Part mbB, Greifswald
Tragwerksplanung
GSE Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Planung TGA
ibm haustechnik manjah GmbH, Neubrandenburg
Planung Tiefbau
IBK MV GmbH, Stralsund
beauftragte Planungsfirmen aus Mecklenburg-Vorpommern
75 Prozent
beauftragte Baufirmen aus Mecklenburg-Vorpommern
80 Prozent
Stand: April 2026
Standort Digitales Bildungszentrum der Universitätsmedizin Greifswald
Förderung der Forschungs- und Innovationskompetenzen an Hochschulen
Dieses Projekt ist für eine Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union im Rahmen des EFRE Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen.
Dieses Projekt ist kofinanziert aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und wird
mit Beteiligung des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt